Kümmern Sie sich um Ihre pflegenden Mitarbeiter:innen, bevor es Ihre Konkurrenz tut  

Fachkräfte ERMÖGLICHEN heißt auch: Team-Mitglieder zu unterstützen, die Angehörige pflegen 

Steffen Braun - Experte für intelligente Mitarbeiterbindung 

Was bedeutet Vereinbarkeit für Sie?

Wenn Sie als Unternehmer oder Führungskraft heute beim Thema Vereinbarkeit ausschließlich an das Thema Kinderbetreuung denken, werden Sie in der nahen Zukunft feststellen, dass dies viel zu kurz gedacht ist. Es gibt ein zweites Thema, das bereits heute vielen Menschen enormes Kopfzerbrechen bereitet: und das ist die Vereinbarkeit von Arbeit und der Betreuung & Pflege von Angehörigen.  

Wie gut kennen Sie Ihre Team-Mitglieder?

Hört für Sie der Fürsorge-Gedanke an der Werkspforte auf oder haben Sie eine ungefähre Vorstellung davon, welche Care-Arbeit Ihre Mitarbeiter:innen außerhalb der Arbeit erbringen? Und dass es sich dabei nicht nur um den Nachwuchs handelt. 

Wenn der Fach- und Arbeitskräftemangel auch bereits an Ihre Türen geklopft hat, dann ist dieser Impulsvortrag mehr als ein nice-to-have. Er wird Ihnen die Augen öffnen, warum es für Sie wichtig ist,  Ihre Mitarbeiter:innen nicht ausschließlich als (werdende) Eltern anzusehen.

Sondern in ihnen auch die Menschen wahrzunehmen, die (zumeist unsichtbare) zusätzliche Pflege-Arbeit zugunsten ihrer Angehörigen erbringen. Und damit ein enormes Potential für das Wachstum Ihres Unternehmens besitzen.

Warum ist das Thema Vereinbarkeit von Arbeit & Pflege so wichtig?

Der Ist-Zustand der informellen Pflege in Deutschland  

Schauen wir uns einmal die gegenwärtige Situation der Pflege in Deutschland an: es gibt nach der Pflegestatistik im Moment ungefähr 5,7 Mio. Pflegebedürftige (Stand: 2024). Davon werden ca. 15% in stationären Einrichtungen versorgt. 85% der Pflegeversorgung findet im häuslichen Umfeld statt.

Das betrifft fast 5,0 Mio. Menschen. Und diese Pflegebedürftigen werden vorwiegend von Angehörigen betreut, die in Abhängigkeit vom Pflegeaufwand von Pflegediensten unterstützt werden. Wichtig ist hier, dass die meisten Angehörigen die Betreuung ihrer Angehörigen weitgehend ohne professionelle Hilfe eines Pflegedienstes leisten bzw. leisten müssen.

Pflege und Betreuung werden auch heute noch vor allem von Frauen erbracht. Außerdem haben pflegende Angehörige ein Durchschnittsalter von 45 bis 65 Jahren. Das heißt, diese Menschen befinden sich in einem Alter, in dem sie aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung besonders wertvoll für Ihr Unternehmen sind.    

Die Zukunft der häuslichen Pflege

An der oben dargestellten Ist-Situation wird sich in der nahen Zukunft nicht viel ändern. Selbst dann, wenn sich der Staat mehr um die stationäre Infrastruktur der Pflege kümmert (sprich: neue Plätze schafft) und/oder private Organisationen neue Seniorenheime errichten. Oder auch die Bedingungen für die ambulante Pflege verbessert werden. Und mehr professionelle Pflegekräfte ausgebildet werden. 

Ganz einfach deshalb, weil die Anzahl der Pflegebedürftigen spürbar steigen wird. Und das bedeutet, dass die Versorgung pflegebedürftiger Menschen auch im Jahr 2030 durch den „größten Pflegedienst Deutschlands“ sichergestellt werden muss. Und das sind die pflegenden Angehörigen - oder aus Ihrer Unternehmersicht: pflegende Mitarbeiter.

Was heißt häusliche Pflege eigentlich genau?

Hier müssen wir genauer hinschauen. Denn Pflege kann in ambulanter Form entweder im eigenen oder einem anderen (räumlich entfernten) Haushalt erbracht werden. Mit Unterschieden im Engagement und den auftretenden Belastungen sowie der damit im Zusammenhang stehenden Bedürfnisse der Pflege-Erbringenden.

Informelle Pflege im eigenen Haushalt  

Im gemeinsamen Zuhause findet sehr häufig die Pflege der eigenen (Ehe-) Partner statt. Zu einem geringeren Teil auch die Pflege betreuungsbedürftiger Kinder. Und das zum größten Teil im Rahmen einer 24 h - Rund-um-Betreuung, die zu einem nicht unerheblichen Teil aus Tätigkeiten besteht, die der Körperpflege, der Ernährung und dem allgemeinen Wohlbefinden des pflegebedürftigen Angehörigen gewidmet sind.

Dies bindet Zeit und damit Verfügbarkeit für andere Dinge im Leben des Pflege-Leistenden. Deshalb sind es vor allem Menschen im Rentenalter oder Menschen ohne eine Beschäftigung, die sich um ihre nächsten Angehörigen im eigenen Haushalt kümmern.

Nur etwas über 40% dieser Pflege-Leistenden stehen in einem Arbeitsverhältnis oder in einer beruflichen Selbstständigkeit (siehe Wochenbericht des DIW Berlin - des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung e. V. - Nr. 37/2025, S. 595).

Informelle Pflege in einem anderen Haushalt

Diese Situation betrifft vornehmlich die Pflege der eigenen Eltern oder Schwiegereltern oder auch die Betreuung von Freunden und Bekannten. Diese Form der Pflege ist in der Regel keine 24 h-Betreuung und damit weniger zeitintensiv. Sie bezieht sich weniger auf unmittelbare persönliche Pflegetätigkeiten, sondern vor allem auf die Hilfe bei der Haushaltsführung, beim Einkaufen oder auch bei Arztbesuchen und ganz allgemein bei der Organisation der Pflege an sich.

Die Betreuung eines Angehörigen oder Bekannten in einem anderen Haushalt wird häufig neben dem Job erbracht.

Ungefähr 70% der Pflege-Erbringenden gehen einer Erwerbstätigkeit als Arbeitnehmer oder im Rahmen einer Selbstständigkeit nach (siehe Wochenbericht des DIW Berlin - des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung e. V. - Nr. 37/2025, S. 595).  

Warum sind pflegende Mitarbeiter so wertvoll für Ihr Unternehmen?  

Je nach Pflegesituation können Sie als Unternehmer oder Führungskraft Ihre Team-Mitglieder auf unterschiedliche Art und Weise unterstützen. Bevor wir uns das einmal genauer anschauen, ein paar Worte darüber, warum pflegende Mitarbeiter für Ihr Unternehmen nicht nur eine Bereicherung, sondern für die Weiterentwicklung Ihrer Wertschöpfungskette ganz entscheidend sind.

Welche Mitarbeiter braucht Ihr Unternehmen?  

Neben der volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung haben Mitarbeiter mit (zusätzlicher informeller) Pflegeverantwortung auch und vor allem eine enorme betriebswirtschaftliche Tragweite. Welche Mitarbeiter bringen Sie und Ihr Unternehmen voran? Diejenigen, denen man (fast) jeden Handschlag erklären und dann die Ausführung auch noch kontrollieren muss? Oder diejenigen, die selbstverantwortlich und zielorientiert arbeiten?

Meine These: informelle Pflege und Ihr Unternehmensziel bedingen sich gegenseitig

Ich stelle mal die These auf, dass für Mitarbeiter:innen mit informeller Pflegetätigkeit die Arbeit genauso wertvoll ist wie für Sie als Unternehmer oder Führungskraft die Fähigkeiten dieser (pflegenden) Team-Mitglieder.

Warum? Ganz einfach. Menschen mit (emotional belastenden) Pflegeaufgaben brauchen einen Ausgleich für diese Care-Arbeit. Und der Job in Ihrem Unternehmen kann genau diese Entlastung bringen. Dafür gibt es jedoch eine Voraussetzung: diese Erwerbstätigkeit darf nicht von sich aus eine zusätzliche Belastung darstellen.

Um das zu verhindern oder zumindest weitestgehend zu beschränken, gibt es aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten: entweder der Job ist sinnstiftend und deshalb emotional entlastend. Oder es gibt Maßnahmen, die eine Vereinbarung der Care-Arbeit mit den Anforderungen des Firmen-Jobs ermöglichen. Der Idealfall wäre ein sinnbringender Job mit entsprechenden individuellen Vereinbarkeitsmaßnahmen.

Besondere Fähigkeiten von Mitarbeitern mit Pflegeverantwortung

Organisationsvermögen

Menschen, die Angehörige oder Freunde pflegen, haben ein nicht zu unterschätzendes Organisationstalent entwickelt. Und zwar die Fähigkeit, die verschiedenen Gebiete, die mit häuslicher Pflege zusammenhängen, in einer vernünftigen Weise unter einen Hut zu bringen. Sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch in Bezug auf die anfallenden Tätigkeiten. Zeitmangel spielt hier (fast) immer eine Rolle.

Zielorientiertes Arbeiten

Darüber hinaus geht es bei der Pflege immer auch darum, eine bestimmte Aufgabe aus dem Pflegekontext zu erfüllen. Völlig absurd wäre es, eine vorher festgelegte Zeit beim Pflegebedürftigen einfach abzusitzen. Das bedeutet für Sie als Unternehmer oder Führungskraft: Ihre pflegenden Mitarbeiter kennen den Wert von Zeit. Und können zielgerichtet arbeiten, ohne wertvolle (Arbeits-) Zeit einfach verfließen zu lassen. Eine Aufgabe wurde definiert und dieses Ziel ist zu erreichen.

Kompetenz zur Lösung von Problemen

Hinzu kommt, dass es Pflege-Leistende gelernt haben, mit unvorhergesehenen Problemen umzugehen und Krisen zu bewältigen. Denn anders würde der Pflegealltag nicht funktionieren. Hindernisse werden nicht als Vorwand genutzt, um etwas nicht machen zu müssen. Das ginge im Pflegealltag auch gar nicht. Schließlich kann der Pflegebedürftige nicht mit unvorhergesehenen Situationen allein gelassen werden. Also muss eine Lösung her. Und das in der Regel auch schnell.   

Pflegende Mitarbeiter sind ein Wettbewerbsvorteil für Ihr Unternehmen

 Verschenken Sie kein Wissen an die Konkurrenz

Menschen mit informellen Pflegeaufgaben befinden sich in einem Alter von 45 - 65 Jahren. Also im besten Erwerbsalter. Nicht mehr in der Rush-Hour des Arbeitslebens. Dafür aber ausgestattet mit einem enormen Wissen und einem unermesslichen Schatz an Berufs- und Lebenserfahrung. Nicht zuletzt durch die Erziehung von Kindern und den damit zusammenhängenden Herausforderungen. Mit einer Praxis im jeweiligen Arbeitsgebiet, die auch in Ihrem Unternehmen erworben wurde.

Wachsen Sie als Unternehmen mit Ihren pflegenden Mitarbeitern

Wenn es Ihnen gelingt, diese Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen zu halten, profitieren Sie in mehrfacher Hinsicht. Zum einen bleibt wertvolles Wissen in Ihrem Unternehmen. Zum anderen geben Sie weniger Geld für Recruiting-Maßnahmen aus, von denen Sie in Zeiten des Fachkräftemangels nicht wissen, ob sie Ihnen auch tatsächlich die Mitarbeiter bringen, die Sie benötigen.

Wenn Sie sich ein familien- UND pflegefreundliches Unternehmensleitbild geben, das nicht nur in der Schublade liegt, verbessern Sie darüber hinaus auch Ihre Außenwirkung - sprich Ihre Arbeitgeber-Marke (employer brand). Und last but not least: wenn es Ihnen gelingt, Ihren Mitarbeitern sinnstiftende Jobs und individualisierte Vereinbarkeitslösungen zu geben, erhöhen Sie auch die Kreativität und die Produktivität Ihrer Team-Mitglieder.

Wie können Sie Mitarbeiter mit Pflegeverantwortung unterstützen?

Im Grundsatz gilt: jede Pflegesituation ist anders. Unabhängig davon, ob es um informelle Pflege im eigenen oder einem anderen Haushalt geht. Denn: jede(r) Pflegebedürftige hat seine eigenen Bedürfnisse. An denen sich dann natürlich die pflegende Person orientiert.

Und darum geht es auch bei der Frage, wie und wo Sie als Unternehmer, Arbeitgeber oder Führungskraft pflegenden Mitarbeitern das Leben erleichtern können. Es geht um Individualität und Orientierung an der jeweiligen Pflegephase.

 Wer fragt, der führt!

Wenn Sie wissen wollen, wo Ihren (pflegenden) Team-Mitgliedern der Schuh drückt, müssen Sie die richtigen Fragen stellen. Und die dazu passende Atmosphäre in Ihrem Unternehmen schaffen. Nur wenn Sie beides sicherstellen können, werden Sie zu einem Erkenntnisgewinn kommen, der Ihrer Konkurrenz verborgen bleibt.

Ein Gespräch über Pflege ist kein Anschauen von süßen Babyfotos. Und die Information über die plötzliche Notwendigkeit der Pflege eines Angehörigen kein Gespräch über lustige Alltagserlebnisse von heranwachsenden Kindern. Wenn Sie es ernst meinen mit einer pflegefreundlichen Kultur in Ihrem Unternehmen (und das sollten Sie!), dann geben Sie ihren Mitarbeitern (und zwar allen!) ein Betriebsklima, das Mut macht.

Zu einer Offenheit, bei der Ihre Team-Mitglieder keine Befürchtungen haben müssen, dass die Offenlegung einer Pflegeverantwortung zu einem Karriereknick oder anderen Benachteiligungen im Beschäftigungsverhältnis führt. Dieser Punkt bezieht natürlich nicht nur auf Ihre pflegenden Mitarbeiter, sondern auch auf Team-Mitglieder, die Kinder betreuen.

Geben Sie Unterstützung, die wirklich gebraucht wird

 Planbarkeit und Flexibilität als Standard

Planbarkeit und Flexibilität sind die beiden Grundvoraussetzungen für Vereinbarkeit, nicht nur im Bereich der Pflege. Was meine ich damit?

Mitarbeiter mit (informeller) Pflegeverantwortung brauchen eine Arbeitszeit, die im Wesentlichen vorhersehbar ist. Um sich auf die sich wiederholenden Tätigkeiten im Pflegealltag entsprechend einstellen zu können. Gleichzeitig ist aber auch Flexibilität erforderlich, um auf unvorhergesehene und Notfallsituationen schnell reagieren zu können. Diese beiden Elemente der Vereinbarkeit sollten Sie in Ihrem Unternehmen als Standard-Lösungen ansehen.

 Geben Sie Ihren Mitarbeitern individuelle Hilfe

Was dann bei Ihrer Unterstützung über Planbarkeit und Flexibilität hinausgehen könnte, hängt im Wesentlichen davon ab, was Ihnen Ihre Mitarbeiter über individuell notwendige Entlastungsmöglichkeiten gesagt haben. Und hier sind Ihrer Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Oder anders gesagt: welches Budget Sie für Vereinbarkeit einplanen können und wollen?

Von Unterstützung beim Einkauf oder bei der Lieferung von Mahlzeiten über Hilfen im Haushalt oder bei Reparaturen im Haushalt bis zu einer finanziellen Unterstützung bei Hilfsmitteln für die Pflege und den Pflegealltag - vieles ist hier möglich. Aber nicht alles steuerlich begünstigt.

Fazit zur Vereinbarkeit Job & Pflege

Wenn Sie Vereinbarkeit nicht nur als Thema Ihrer kinderbetreuenden Team-Mitglieder verstehen, sondern auch die bei Ihnen beschäftigten pflegenden Mitarbeiter wahrnehmen, haben Sie den Grundstock für eine positive Entwicklung Ihres Unternehmens in den kommenden Jahren gelegt.

Wenn Sie Vereinbarkeit nicht nur als zeitlich begrenztes Projekt behandeln, sondern als nicht endenden und immer wieder anzupassenden Prozess verstehen, steht einer erfolgreichen Zukunft Ihres Unternehmens (fast) nichts mehr im Wege.

Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass damit das Thema Fachkräftemangel für Sie ein für alle Mal vorbei ist. Aber Sie haben bessere Arbeitsbedingungen als Ihre Konkurrenz. Und damit eine größere (positive) Sogwirkung auf potentielle Mitarbeiter als andere Wettbewerber in Ihrer Branche.

Also, worauf warten Sie?  

Vereinbaren Sie jetzt ein kostenloses Erstgespräch! 

Lassen Sie sich und Ihr Publikum inspirieren, motivieren & begeistern.  

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